Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept des Kreises Coesfeld

In seiner Sitzung am 03. Februar 2016 hat der Kreistag des Kreises Coesfeld einstimmig das über einen Zeitraum von etwa neun Monaten entstandene Integrierte Energie- und Klimaschutzkonzept des Kreises Coesfeld beschlossen. Dieses stellt nun die strategische Grundlage für die Energie- und Klimapolitik des Kreises in den nächsten Jahren dar.

Erarbeitungsprozess

Das Konzept wurde im Zeitraum April bis Dezember 2015 erarbeitet und umfasst die Fortschreibung der Energie- und CO2-Bilanz als Grundlage für weitere Analysen im Bereich Klimaschutz. Verschiedene Abfragen beim Kreis Coesfeld und weiteren Akteuren aus dem Kreisgebiet lieferten Grundlagen für den Status Quo der Bestandsprojekte und bereits geplanten Maßnahmen in den Bereichen Klimaschutz, Steigerung der Energieeffizienz und dem Ausbau erneuerbarer Energien. Im Bilanzjahr 2013 sind auf dem Kreisgebiet Coesfeld 5.577.622 MWh Endenergie verbraucht worden. Dem Sektor Verkehr ist mit 45 % der größte Anteil am Endenergieverbrauch im Jahr 2013 zuzuordnen. An zweiter Stelle folgt der Sektor Haushalte mit 31 %. Der Sektor Wirtschaft liegt mit knapp 24 % an dritter Stelle des Endenergieverbrauchs. Aus dem Endenergieverbrauch resultieren Emissionen von 1.789.581 t CO2-Aquivalenten (CO2e). Mit einem CO2e-Ausstos pro Einwohner von 8,3 t/a liegt der Kreis Coesfeld unterhalb des bundesweiten Durchschnitts mit knapp 10 t/a und deutlich unterhalb des NRW-Durchschnitts mit ca. 17 t/a. Der Anteil des auf dem Kreisgebiet regenerativ erzeugten Stroms am Gesamtstromverbrauch beträgt 42 % in 2013. Der Hauptanteil entfällt hier auf die Photovoltaik, gefolgt von Biomasse und Windenergie.

Potenziale, Szenarien und Zielsetzungen

Auf diesen Grundlagen konnten Potenziale und Szenarien für Energie- und CO2e-Einsparungen bis zum Jahr 2050 abgeleitet werden. Die wichtigsten Potenziale zur Verringerung des Endenergieverbrauches liegen in den Bereichen Wirtschaft, Mobilität und Sanierung von Gebäuden. Anhand der Szenarien wurden qualitative und quantitative Ziele für die Klimaschutzpolitik des Kreises Coesfeld in den nächsten Jahren hergeleitet. Als Ziele wurden die Reduktion des Endenergiebedarfes um 15 % bis 2030 und 49 % bis 2050 sowie die Reduktion der CO2-Emissionen um 30 % bis 2030 und 75 % bis 2050 formuliert. Damit erreicht der Kreis Coesfeld das globale 2 t-Ziel zur Minimierung der Auswirkungen des Klimawandels.

Maßnahmen und Umsetzungsfahrplan

Über insgesamt acht Workshops sowie mehrere Akteursgespräche und interne Abstimmungen mit der lokalen Steuerungsrunde sowie der interfraktionellen Arbeitsgruppe Klimaschutz wurden Maßnahmenideen entwickelt und unter Berücksichtigung der Potenziale weiter konkretisiert. Die entwickelten Maßnahmen sind in den Maßnahmenkatalog eingeflossen. Insgesamt wurden 40 Maßnahmen entwickelt, die sich auf die Handlungsfelder Energiemanagement kommunaler Gebäude, Erneuerbare Energien, Energieeffizienz in Unternehmen, Abfallwirtschaft, klimafreundliche Mobilität, Tourismus und Kreisentwicklung, Bauen und Sanieren sowie Öffentlichkeitsarbeit und Bildung erstrecken. Bei Umsetzung der Maßnahmen im Rahmen des Konzeptes ist eine Reihe volkswirtschaftlicher Effekte zu erwarten, darunter Verlagerungseffekte in der Wertschöpfung oder auch Arbeitsmarkteffekte in den Sektoren Handwerk, Dienstleistung, Gewerbe und Industrie, beispielsweise durch Investitionen in Sanierungsprojekte und erneuerbare Energien. Für den Umsetzungsprozess ist ein Akteursnetzwerk essentiell. Gleichzeitig muss die Umsetzung überwacht und gesteuert werden, damit das Konzept erfolgreich umgesetzt werden kann.

Wie es weitergeht

Das Klimaschutzkonzept stellt lediglich den Startschuss für die vielfältigen Klimaschutzaktivitäten dar. Die eigentliche Arbeit beginnt mit der Umsetzung der geplanten Maßnahmen. Ein Klimaschutzfahrplan zeigt die angestrebte zeitliche Abfolge der Umsetzung bis einschließlich 2020 auf. Um hierfür ausreichende personelle Ressourcen vorhalten zu können, soll zum Herbst 2016 ein Klimaschutzmanager eingestellt werden, der die verschiedenen Aktivitäten vorantreibt und koordiniert. Auf diesem Wege möchte der Kreis Coesfeld seinen Beitrag zur Erreichung der globalen Klimaschutzziele leisten.

Weitere Informationen

Das Energie- und Klimaschutzkonzept des Kreises Coesfeld können Sie im Folgenden herunterladen:

Als Ansprechpartner rund um das Thema Klimaschutz beim Kreis Coesfeld steht Ihnen Frau Sarah Rensner per Telefon (02541) 189115 oder E-Mail sarah.rensner(at)kreis-coesfeld.de zur Verfügung.

Förderhinweis

Die Erarbeitung des Integrierten Energie- und Klimaschutzkonzeptes wurde durch Mittel des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert (Förderkennzeichen: 03K00625 / Förderzeitraum: 01.10.2014 bis 31.12.2015). Weitere Informationen finden sich unter:

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