Klimafolgenanpassung mit ‚Evolving Regions‘

Es war ein einschneidendes Erlebnis, als Sturm ‚Friederike‘ am 18. Januar 2018 im Kreis Coesfeld wütete und deutliche Spuren wie z.B. etliche umgestürzte Bäume und viele unbefahrbare Straßen hinterließ und sogar dazu führte, dass die Bahn in ganz NRW den Zugverkehr einstellen musste.

Dies ist nur eines von vielen Beispielen für die Folgen des Klimawandels, die sich auch in unserer Region zunehmend bemerkbar machen. Neben schleichenden Klimawandelfolgen, wie beispielsweise dem Anstieg der Durchschnittstemperatur, der Verschiebung von Niederschlägen und Klimazonen, der Einwanderung invasiver Arten und Grundwasserschwankungen kommt es gleichzeitig vermehrt zu Extremwetterereignissen, wie z.B. Starkregen, Stürmen, Hitzewellen, anhaltender Trockenheit und als Folgeerscheinungen Bodenerosionen und Hangrutschungen. 

Neben die Aufgabe des Klimaschutzes tritt daher immer mehr auch die Aufgabe der Anpassung an die nicht mehr vermeidbaren Folgen des Klimawandels. Seit März 2021 beteiligt sich der Kreis Coesfeld daher am Projekt ‚Evolving Regions‘ im Verbund mit sieben anderen Regionen: Steinfurt, Wesel, Soest, Siegen-Wittgenstein, Minden-Lübbecke, Lippe und Zwartewarteland in den Niederlanden. Das Ziel ist, dass die unterschiedlichen Regionen voneinander lernen und verwandte Themenfelder auf ähnliche Art und Weise bearbeitet werden.

Ziel der Klimafolgenanpassung ist es, spezifische Verletzlichkeiten in der jeweiligen Region festzustellen und Klimaanpassungsmaßnahmen in diesen Bereichen zu organisieren und abzustimmen. Der Kreis Coesfeld soll eine lebenswerte Region bleiben, auch mit einem sich wandelnden Klima. Die Klimafolgenanpassung kann dafür Vorsorge leisten und die Region zukunftsfähig machen, z.B. durch mehr Grünflächen, die Starkregen aufnehmen können und gleichzeitig die Stadtgebiete herunterkühlen oder Veränderungen an Gebäuden, so dass diese sturm- und wetterfest sind.

Klimawandelfolgen betreffen jede Region und müssen daher in einem übergreifenden Rahmen angegangen werden. Die Umsetzung der Maßnahmen muss in den Kommunen erfolgen, so dass eine starke Rückbindung in die Städte und Gemeinden erfolgen wird.

Für das Projekt ‚Evolving Regions‘ hat sich ein Kernteam gebildet mit kommunalen Vertretern, Mitgliedern der Kreisverwaltung und Externen, um einen Klimafolgenanpassungsprozess im Kreis Coesfeld mit bestehenden Netzwerken zu fördern, neue Denkanstöße zu liefern und interessierte Akteure einzubinden.

Die Projektstruktur sieht zunächst eine detaillierte Klimawirkungsanalyse der jeweiligen Region vor. Entsprechend der dort identifizierten Handlungserfordernisse werden aus den vielfältigen Handlungsfeldern der Klimafolgenanpassung in den Bereichen Ökologie, Wirtschaft, Soziales und Stadtentwicklung drei Schwerpunktthemen ausgewählt, für die in mehreren Workshop-Runden mit regionalen Akteuren und Experten konkrete Maßnahmen entwickelt werden, um den Klimawandelfolgen gezielt begegnen zu können.

Zum Abschluss des Projekts ‚Evolving Regions‘ im September 2022 wird auf eine Verstetigung der Projekte gesetzt, indem Vernetzungen zwischen den Akteuren bestehen bleiben und zu Finanzierungen beraten wird. Flankiert wird das Projekt durchgehend von Öffentlichkeitsarbeit. Dazu werden passend zu den anlaufenden Maßnahmen Posts und Artikel im Storytelling-Stil auf der kreiseigenen Website, der Seite von ‚Evolving Regions‘ als auch auf Twitter veröffentlicht werden.

Nähere Informationen finden Sie auf der Projekt-Homepage. 

Das Projekt wird von verschiedenen Partnern begleitet wie der TU Dortmund, dem Deutschen Institut für Urbanistik, der PROGNOS AG, dem BEW (Bildungszentrum für die Ver- und Entsorgungswirtschaft), ZDF Digital und der Universität Twente aus den Niederlanden.

‚Evolving Regions‘ wird durch das EU-Umweltprogramm LIFE gefördert und kofinanziert durch das MULNV NRW.

Ansprechpartnerin:

Frau Christine Heybl

Promotorin/Projektkoordinatorin des Projektes Evolving Regions im Kreis Coesfeld, 

E-MailChristine.Heybl(at)kreis-coesfeld.de

Tel.: 02541/18- 9118